
für 10 Instrumentalist*innen und 8 Sänger*innen
Im Rahmen des Musikfestivals Bern und des Huddersfield Contemporary Music Festivals (hcmf//) und in Kooperation mit der Schola Heidelberg bringt Proton die Uraufführung eines neuen, konzertfüllenden Werks von James Dillon zum Erklingen. «Lamentations» greift Themen aus den biblischen Klageliedern auf; es ist in Form eines Triptychons für 8 Stimmen, 10 Instrumente und Elektronik aufgebaut.
Das Stück behandelt Klagelieder nicht nur als Ausdruck von Trauer, sondern lässt sie uns auch als Akt des Protests und der Solidarität erleben. Der zentrale Satz «Tenebrae» bezieht sich nur dem Namen nach auf den kirchlichen Ritus der Karwoche, bei dem in den düsteren Messen die Kerzen sukzessive gelöscht werden. Die Dunkelheit ist, ähnlich wie in der Chiaroscuro Malerei, die Voraussetzung für dramatischen Kontrast, gesteigerten Ausdruck und eine plastische Räumlichkeit.
Verschiedene, doch verwandte Texte und Bilder durchziehen das «Tenebrae»: etwa die «donna velata di pietà», die verhüllte Frau des Mitleids, und die «donna velata di lacrime», die verhüllte Frau der Tränen. Erstere ist mittelalterlichen christlichen Ursprungs, letztere frühgriechischen, wahrscheinlich heidnischen Ursprungs.
Diese Texte verlaufen wie Fäden in «Schleiern» unterschiedlicher Klangfarben und Texturen und verbinden das Heilige mit dem Materiellen.
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Kompositionsauftrag von Ensemble Proton Bern und Schola Heidelberg.
Das Konzertprogramm Widerstehen wird gefördert von:
Pro Helvetia
Stanley Thomas Johnson Stiftung
Hinrichsen Foundation
Vaughan Williams Foundation