konzerte

ensemble proton bern

  • Dirigent Matthias Kuhn
  • Flöte Mirjam Lötscher
  • Oboe Martin Bliggenstorfer
  • Klarinette Livio Russi
  • Perkussion Pascal Viglino
  • Perkussion Louisa Marxen
  • Violine Maximilian Haft
  • Viola Marco Fusi
  • Violoncello Eva Nievergelt

New York

Mo. 15. Oktober 2012, 19.30h • Dampfzentrale Bern


Mo. 15. April 2013, 19.30h • Dampfzentrale Bern


Zorn, John (*1953)

shibboleth (1997) 13'

Brown, Earle (1926 - 2002)

Hodograph I (1959) 4'

Brown, Earle (1926 - 2002)

Syntagm III (1970) 13'

Wolpe, Stefan (1902 - 1972)

Quartett (1954)

Keine Frage: New York als Schmelztiegel verschiedenster Kulturen ist und bleibt eine der wegweisenden Musikstädte der Welt.

Seinen Weg in die fruchtbare Metropole hat Stefan Wolpe nicht freiwillig gefunden: Als überzeugter Kommunist und gebürtiger Jude wurde er aus Deutschland vertrieben und flüchtete über etliche Stationen in Europa nach Palästina. Als Komponist mit radikaler Ästhetik konnte er hier nicht Fuss fassen und landete schliesslich 1938 in den USA. Zehn Jahre später gründete er in New York die Contemporary Music School. Hier und in vielen andern Musik-Colleges zählten Leute wie David Tudor und Morton Feldman zu seinen Schülern.

Neben Feldman, Wolff und Cage war auch Earle Brown ein Zugehöriger der New York School, jener Bewegung, in welcher sich am Anfang der 1940er Jahre vor allem Maler und Dichter in einer Gruppe zusammenschloss. Brown, der studierte Ingenieur und Mathematiker, wurde 1950 von John Cage nach New York geholt, wo er am Project for Music for Magnetic Tape beteiligt war. Browns Experimente und Untersuchungen von „open-form“ Kompositionstechniken und „time-notation“ wurden in das Repertoire der Avantgarde-Gemeinde aufgenommen. So verdanken wir ihm – neben einer gehörigen Portion bester Kompositionen – auch Impulse für Komponisten wie Stockhausen oder Zorn.
John Zorn ist gebürtiger New Yorker. Ein Musiker, wel­cher zwischen den Welten von A wie Avantgarde über B wie Braxton oder Brown, J wie Jazz und S wie Stockhausen wandelt. Immer aber vor allem beeinflusst von ureigenen Wurzeln – als radikal jüdisch verstand er seine Musik und formulierte in einem Manifest:
“Der Jude ist immer Ursprung einer doppelten Infrage­stellung gewesen: der Infragestellung des Selbst und der Infragestellung des ‚Anderen’. Da ihm nie die Möglich­keit gewährt wird, aufzuhören, jüdisch zu sein, ist er gezwungen, die Frage seiner Identität zu formulieren….“